Mittwoch, 30. Oktober 2013

In der Schule läuft es trotz allem eigentlich recht gut. Werde oft gelobt. "Wenn du so weiter machst, wirst du die ganzen vieren bald los, gib nicht auf!" Meinte meine Klassenlehrerin heute zu mir. Ich mache meine Hausaufgaben, lerne für Arbeiten und Tests, schreibe ordentlich, und versuche mich im Unterricht zu beteiligen. Aber dennoch fangen andere an zu merken das etwas mit mir nicht stimmt. "Isst du nie?" Werde ich von meinen Mitschülern des öfteren gefragt. Gestern hat. A. mir ein Pick-Up am Kiosk gekauft, und meinte das ich ihn essen soll, sie sich sorgen macht. Irgendwie habe ich das Ding dann runter bekommen und A. war beruhigt. "Ist alles okay?" Höre ich oft von den Lehrern. Ich starre einfach zu oft zulang auf den selben Punkt und verziehe dabei keine Miene. Das bekomme ich meist aber erst mit, wen man mich drauf anspricht. "Ja, alles gut." Ist die Standard Antwort, die ich erwidere. Und es wird mir geglaubt. Hoffe ich. Sie können mir sowieso nicht helfen. Niemand kann das. Es ist schon komisch, das ich eine derjenigen bin, die durch ihr lautes Lachen manchmal negativ bei den Lehrern auffallen, und bei den Schülern auf Verwunderung stoßen. Würde man bei mir nicht denken, sagt M. oft. Aber das ist alles nur Schutz und Fassade. Ich lache viel, und laut, wenn ich unter anderen bin. Aber manchmal starre ich einfach nur ins nichts. Wer bin ich eigentlich? Was macht mich aus? Ich weiß es nicht, ich habe keine Ahnung,wer ich eigentlich bin.




Dienstag, 29. Oktober 2013

Wirre Gedanken in meinem Kopf
Wollen sich nicht einfangen lassen
Kann nicht sagen wie ich mich fühle
Bin so taub
So leer
Ich funktioniere nur noch
Für die Menschen die ich Liebe
Würde am liebsten aufgeben
Einfach verschwinden
Ich will nicht mehr kämpfen
Will nicht mehr stark sein

Wenn ich das überhaupt jemals war

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Fühle mich nicht wohl, 
mag mich nicht besonders, 
finde mich zu dick, nur ein bisschen. 
Will mich verändern, 
will Anerkennung, 
vielleicht auch Aufmerksamkeit. 
Aber es ist nicht so schlimm. 

Fühle mich schwach, 
schwindlig, 
die Hose rutscht, nur ein bisschen. 
Habe Angst zu versagen, 
will es beweisen, 
will zeigen, dass ich etwas kann. 
Zweifle an mir, immer. 
Aber es ist nicht so schlimm. 

Fühle mich wertlos, alleine. 
Hasse meinen Körper, 
komme nicht mehr klar mit mir. 
Die Haare fallen aus, nur ein bisschen. 
Mir ist kalt, immer. 
Denke nur ans Essen, 
stehe täglich auf der Waage, 
aber wer tut das nicht. 
Es ist nicht so schlimm. 

Fühle mich kraftlos, ausgelaugt 
Ertrage mich nicht mehr, 
kann meinen Körper nicht mehr sehen. 
Fühle mich fett und aufgebläht, 
mein Magen schmerzt 
von den Tabletten, 
die Beine von Laufen. 
Und mein Hals, der schmerzt auch. 
Aber es ist nicht so schlimm... 

Fühle mich kaputt, zerrissen. 
Sehe in den Spiegel, 
und sehe nichts. 
Habe mich selbst verloren. 
Stört mich nicht, 
bilde es mir ja doch nur ein. 
Mir geht es gut, lasst mich in Ruhe. 
Ich schaff das schon, irgendwann. 
Es ist alles ok. 
Es ist nicht so schlimm. 

Habe keine Gefühle mehr, 
habe sie tief versteckt. 
Setze meine Maske auf, jeden Tag. 
Schminke mir ein Lächeln ins Gesicht, 
Spiele mein Theaterstück, 
mein Leben, 
spiele es euch allen vor, 
so perfekt, so undurchschaubar. 
Mein Herz fest verschlossen, 
meine Augen ausdruckslos. 
Fragt nicht. 
Es ist nicht so schlimm. 

Verliere den Verstand, 
werde verrückt, nur ein bisschen. 
Habe Angst vor mir selbst, 
weiß nicht mehr, wer das ist, ich. 
Habe mich selbst belogen, 
mir etwas vorgespielt, 
oder...bilde es mir nur ein. 
Und in Wirklichkeit geht es mir gut, 
und ich mach alles viel schlimmer als es ist. 
Dabei...ist es nicht so schlimm... 

Mein Herz schlägt unregelmäßig, 
mein Körper zerbricht, und schreit, 
doch ich höre es nicht. 
Bilde es mir ja doch nur ein. 
Meine Lippen sind trocken, 
meine Finger blau. 
Mir wird schwarz vor Augen, 
ich breche zusammen, ein bisschen. 
Geschändeter Körper, 
von Narben übersäht. 
Alte Wunden platzen auf, 
und doch, ist es nicht so schlimm. 

Kann meinen Körper kaum aufrecht halten, 
kann kaum stehen, kaum gehen. 
Mein Kopf pocht, 
Mein Herz sticht. 
Nein, das ist nicht wahr. 
Ich bilde es mir nur ein. 
Es geht mir gut. 
Es ist alles nicht so schlimm. 
Und ich falle um. 

Schwerelos, frei, 
ich habe es geschafft. 
Blicke von oben auf die Welt hinab. 
Ein Sarg, ein Kreuz, ein Grabstein. 
Die Menschen weinen. 
Fragen sich nach dem Warum. 
Wie konnte es nur so weit kommen. 
Es ging ihr doch gut. 
Sie war doch so fröhlich, so perfekt. 
Sie hatte doch alles, was sie wollte. 
Sie hat es doch immer wieder gesagt, 
es war doch alles in Ordnung... 
Es war doch gar nicht so schlimm. 
Es war doch gar nicht so schlimm, 
sagen sie, als sie die Blumen ins Grab werfen. 



                                                                (Aber es ist nicht so schlimm ... von Anna Grundmann)

Freitag, 18. Oktober 2013

Steige aus der Badewanne, merke wie mir schwindelig wird. Das ist normal,das hast du immer. Beruhig dich. Aber es geht nicht weg. Nehme das Handtuch und wickel mich drin ein. Der Schwindel wird stärker. Ich setzte mich auf den Badewannen Rand. Ein Atmen, aus Atmen. Alles ist gut. Will zur Tür. Schaffe es aufzustehen, stehe direkt neben der Kommode und dann überrollt mich das schwarze Nichts. Höre wie es scheppert. Bleibe liegen. Ich bin gerade zusammen geklappt. Und das macht mir Angst. Ich bin einfach weg gekippt. Und irgendwas ist dabei von der Kommode runter gefallen. Und in dem Moment merke ich den stechenden Schmerz an meinem Kopf. Ich muss mir das weinen verkneifen. Im nächsten Moment höre ich meinen Namen, ganz dicht neben der Tür. "Ist alles okay?Was ist passiert?Antworte mir bitte!" - "Äh,ja alles gut, bin nur ausgerutscht." Bringe ich hervor. Höre ein Seufzen, dann entfernen sich die Schritte.

Dieses Mal war ich alleine. Was, wenn mir das das nächste mal passiert wen andere Menschen dabei sind? Scheiße. 

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Ich weiß nicht warum, aber seit heute morgen ist der Wunsch nach dem hungern und abnehmen wieder so präsent. Ich habe den ganzen Tag an nichts anderes mehr gedacht. Habe heute nur einen Liter von dieser Cola mit Null Kalorien zu mir genommen. Und jetzt, nach einem Tag, merke ich schon wie mein Körper drauf anspringt. Mir ist schwindelig, ich bin total müde und habe zu nichts mehr Lust. Aber ich kann nicht anders. Meine Gedanken gehören nicht mir. Da ist dieses kleine Ding in meinem Kopf, diese kleine Stimme, die mich innerlich zum verzweifeln bringt. Es ist immer da. Sagt mir immer wie fett ich bin. Ich kann so nicht mehr. Ich kann nicht mehr gegen sie angehen. Ich habe einfach keine Kraft mehr. Und ehrlich gesagt, der Gedanke nicht mehr zu essen, ist für mich einer der schönsten Dinge in meinem Leben.




Donnerstag, 10. Oktober 2013

Kennt ihr diese Vasen die man ein Mal fallen lässt,
sie lassen sich vielleicht kleben,
aber wenn man sie schief anguckt, zerbrechen sie.

Das bin ich

Freitag, 4. Oktober 2013

 "My ribs show. What have I eaten? Lies and smiles."  

Sylvia Plath, The Jailer (1962)

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Sitze auf dem Sofa, mit Tränen in den Augen. Nichts scheint mehr Sinn zu machen. Alles ist egal geworden. So verdammt egal. Bin viel zu müde um klar zu denken. Würde am liebsten einfach aufstehen und gehen. Einfach gehen. Mir egal wohin. Einfach nur weg. Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr und ich weiß es. Meine Gedanken kreisen nur noch ums Arme aufschneiden. Werde richtig aufgeregt wenn ich dran denke. Bin drauf und dran das Küchenmesser zu nehmen, oder eine Schere. Habe ja keine Klingen. Irgendwas hält mich zurück. Noch. Ihr glaubt mir gar nicht wie gerne ich einfach aufstehen würde und mich mit dem so schön scharfen Messer im Bad einsperren würde. Ich bin so oft kurz davor. Aber dann suche ich mir einen Grund es nicht zutun. Denke an die Menschen die mir wichtig sind. Denke an ihre Reaktionen, ihre Sorge. Will sie nicht enttäuschen. Will niemanden mehr weh tun. Aber ich weiß nicht wie lang ich das noch kann.