Mittwoch, 26. Februar 2014

"Du willst doch gesund werden! Also iss."

Will ich das?
Ich habe keine Ahnung.
Ein Teil in mir flüstert
"Ja, ja das will ich."
Und der andere Teil schreit
"Nein!"
Sehe keinen Sinn im Essen,
Man nimmt zu
Zunehmen ist eklig
Widerlich
Zunehmen ist gut
Zunehmen bedeutet Leben.

Kontrolle
Brauche diese Kontrolle
Muss mich an ihr Festhalten

Mittwoch, 12. Februar 2014

Mein Wecker klingelt morgens um fünf, ich stehe auf und stelle mich unter die Dusche, wasche die dreckige Nacht von mir, aber sie geht nie gänzlich weg, ich bleibe schmutzig, ich werde nie wieder so sein wie ich einmal war. Ist das gut?
Steige aus der Dusche, ziehe mir schnell meine Sachen an, hole meine Hausaufgaben raus, nebenbei kaue ich auf meinem Müsli herum, meistens verschätze ich die Zeit und beim nächsten Blick auf die Uhr ist es 6:50. Um 7:00 kommt mein Bus. Räume schnell alles ein, suche mir einen Apfel, und stopfe ihn zu die Schulsachen, in der Schule wird er ganz zermatscht sein, denke ich jedesmal, aber ändern tue ich daran nie etwas, renne jetzt zur Bushalte Stelle, kaum stehe ich dort, kommt der Bus. Alle drängeln sich rein, ich warte bis alle drinnen sind, steige immer zuletzt ein. Die Busfahrerin schenkt mir wie immer ein müdes Lächeln, und ich schenke ihr meins. Immer mehr Schüler steigen ein, immer mehr Stimmen, immer mehr Leben, ich beobachte sie jedes mal, stelle mir ihren Tag vor, wie sie leben, und ob sie wohl glücklich sind, mit dem was sie sind, und dem was sie haben.
An der Schule angekommen steige ich immer als eine der ersten aus, einige warten noch auf ihre Freundinnen, aber für sowas bin ich wohl einfach nicht der Typ, ich bin immer als erstes in der Klasse, und das ist auch gut so. Langsam füllt sich die Klasse, immer mehr Fragen tauchen auf. "Haben wir was auf gehabt?" - "Sicher, das Frau X da ist?" - "Habt ihr schon gehört Name ist jetzt mit Name zusammen!"
Irgendwann sind alle da, und die Lehrerin auch. Ich sitze da, höre zu, mache mir Notizen, bleibe Still wenn andere sich über irgendwas lustig machen, in den Pausen laufe ich immer mit den gleichen Mädchen rum, wir sind zu fünft, und könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber wir mögen uns, und das ist die Hauptsache.
Nach der Schule kommt der richtige Stress für mich. Essen. Nicht alleine, ich hasse es wenn ich mit jemandem Essen muss, ich kriege immer Panik. Hausaufgaben, die ich wieder auf den nächsten morgen verschieben werde, Musik, versuchen den Gedanken auszuweichen. Ich bin Glücklich, ich bin Glücklich mit meinem Leben. Wiederhole ich immer wieder im Kopf. Dann ist auch schon Abend, nochmal essen, wieder nicht alleine. Am Abend ist es am schlimmsten, dann möchte ich immer am liebsten alles auskotzen, aber ich reiße mich zusammen. Normale Mädchen tuen sowas nicht, Mila. Du willst normal sein, also verhalte dich auch so. Lenke mich also wieder ab, lese, lese, lese. Verschlinge ein Buch nach dem anderem, gelange immer wieder in andere Leben, und bin jedesmal etwas traurig wenn ich die Person in dem Buch wieder verlassen muss.


Mittwoch, 29. Januar 2014

Wieso fühle ich mich so unwichtig, klein, überflüssig? Jeder hier auf dieser Erde scheint eine Aufgabe, einen Sinn, zu haben. Und ich? Ich bin einfach da, Tag für Tag, und sehe zu irgendwie klar zu kommen.
Langsam sehe ich den Sinn nicht mehr. Ich sehe nicht den Sinn im Essen, im Leben, im da sein.
Jeder will mir sagen, das das Leben schön ist. Das es sich Lohnt, zu kämpfen, nicht aufzugeben.
All die guten Gedanken sind weg, all meine Hoffnung ist verschwunden.
Es wird sich niemals etwas ändern.
Ich Liebe, und das macht mich zu etwas verletzlichem, jemandem den man schaden kann.
Entweder, ich höre damit auf, oder ich werde endgültig dran zugrunde gehen.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Ich spiele allen etwas vor. Ich sage jedem, es geht mir gut. Ich komme klar. Aber die Wahrheit ist, das tue ich nicht. Ich bin am Ende. Ich weiß nicht, was mich am laufen hält, was mich immer weiter machen lässt. Was mich nicht gänzlich aufgeben lässt und am Leben hält. Jeder meiner Gedanken dreht sich darum, wie ich hier weg komme. Einfach nichts mehr essen? Ein Seil? Schlaftabletten? Wen ich aufhöre zu Essen, komme ich ins Krankenhaus. Und an die Schlaftabletten werde ich nicht kommen. Bleibt das verfluchte Seil. Ich male es mir immer öfter aus. Male mir aus, wie es sein würde, wen ich weg wäre. Stelle mir vor, das ich nie wieder Schmerz spüren werde, mir keiner mehr weh tun kann. Das ich frei bin. Endlich frei. Aber dann kommt die Reue, der Gedanke daran, was die Menschen in meinem Leben sagen würden, ihre möglichen Reaktionen. Und dann kommt der Gedanke wen ich Weg bin, kann ich es sowieso nicht ändern. Sie würden über mich hinweg kommen, und irgendwann bin ich nur noch eine Erinnerung, Vergangenheit. 

Montag, 20. Januar 2014

Ich habe das Gefühl, von meiner Traurigkeit verschluckt zu werden. Sie nimmt mir alles, lässt mir keinen Platz zum atmen. Und mit der Traurigkeit kommt die Einsamkeit. Ich bin alleine. Wen ich aufstehe, bin ich alleine. Wen ich mich auf der Schultoilette übergebe, bin ich alleine. Wen ich mich über irgendetwas freue, bin ich alleine. Wen ich ins Bett gehe, bin ich alleine. Ich bin immer alleine. Selbst wen die Menschen direkt neben mir stehen, selbst wen sie mit mir reden. Ich bin unsichtbar. Diejenige, mit der man machen kann was man will. Die war ich doch schon immer, oder? Die soll ich doch sein, oder nicht? Ich soll ruhig sein, ich soll leise sein. Soll mich an Regeln halten. Soll dies, soll das. Die Nächte sind am einsamsten. Die Nächte sind am schlimmsten. Alles in mir schreit danach, sich alles aufzuschlitzen. Alles in mir, will mich Tod sehen. Erinnerungen, Ekel, Scham, alles vermischt sich zu einem Gefühl des Erstickens. Ich habe das Gefühl zu ersticken. Will schreien, will mir alles aus der Kehle schreien. Will taub sein, nichts mehr fühlen. Ich bin endlos überfordert mit mir selbst, mit meiner Vergangenheit. Aber bin zu feige, um das jemals vor jemandem zuzugeben. Ich darf keine Schwäche zeigen. Ich darf nicht kaputt sein. Ich muss funktionieren. Einfach da sein, überleben. Das habe ich schon immer getan. Ich habe mich immer über Wasser gehalten. Aber was, wen ich das irgendwann nicht mehr kann? Was, wen mich alles irgendwann hinunter zieht, und ich ertrinke?

Sonntag, 12. Januar 2014

Jedes mal, wen ich meine Arme sehe, werde ich traurig, und wütend. 
Wie konnte ich mich selbst nur so entstellen? 
Jedes mal, wen ich mich auf einem Foto sehe, würde ich es am liebsten in tausend Stücke zerreißen.
Wieso bin ich nur so hässlich?
Mir wird oft gesagt, ich seie schön. Aber ich verstehe nicht wie sie all die Markel übersehen können. SIE MÜSSEN DOCH SEHEN DAS MEINE NASE VIEL ZU GROß, UND MEIN LÄCHELN ALLES ANDERE ALS SCHÖN IST. SIE MÜSSEN MICH DOCH VERSTEHEN!  Aber das tuen sie nicht, das tut niemand. "Du bist so schön." "Ich würde gerne so aussehen wie du."
Bei solchen Aussagen könnte ich an die Decke gehen. Es sind Lügen. Lügen, die mich zum Lächeln bringen sollen.

Ich wünschte, ich könnte einmal in den Spiegel schauen, und gefallen an dem haben, was ich sehe. Ich wünschte, ich würde mich schön finden.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Habe eben noch mit A. telefoniert. Ich hatte plötzlich das Gefühl, ihre Stimme hören zu müssen. Sie fehlt mir.

"Und dir geht es auch wirklich gut?Wen was ist, würdest du es mir sagen, richtig?"
- "Ach.. nichts besonderes."
"Was ist los?"
- "Mir tut nur ziemlich viel weh, und ich habe Kopfschmerzen, so schlimm war es lange nicht mehr."
"Hast du genug gegessen? Und getrunken?"
- ".. Ja, ja klar." Lüge. Verdammte Lüge.
"Mach dir ein Kirschkernkissen warm, oder einen heißen Kakao, sowas hilft immer."
- "Gute Idee, Danke. Werd ich mir gleich beides noch machen."
"Gerne. Sag mal, wollen wir uns morgen treffen? Ich vermisse dich."
- "Morgen? Also morgen ists schlecht, Name kommt, und das kann ich nicht absagen."
"Oh.. dann Samstag? Mädelsabend, mit Pizza und Herzschmerz-Filmen?"
Ich muss lächeln.
- "Ja, ja, das klingt gut."
"Toll! Du, ich muss jetzt Schluss machen, mein Dad dreht mir sonst den Kopf um, wir schreiben aber noch, okay?"
- "Klar, bis gleich, A."
"Bis gleich!"