Montag, 20. Januar 2014

Ich habe das Gefühl, von meiner Traurigkeit verschluckt zu werden. Sie nimmt mir alles, lässt mir keinen Platz zum atmen. Und mit der Traurigkeit kommt die Einsamkeit. Ich bin alleine. Wen ich aufstehe, bin ich alleine. Wen ich mich auf der Schultoilette übergebe, bin ich alleine. Wen ich mich über irgendetwas freue, bin ich alleine. Wen ich ins Bett gehe, bin ich alleine. Ich bin immer alleine. Selbst wen die Menschen direkt neben mir stehen, selbst wen sie mit mir reden. Ich bin unsichtbar. Diejenige, mit der man machen kann was man will. Die war ich doch schon immer, oder? Die soll ich doch sein, oder nicht? Ich soll ruhig sein, ich soll leise sein. Soll mich an Regeln halten. Soll dies, soll das. Die Nächte sind am einsamsten. Die Nächte sind am schlimmsten. Alles in mir schreit danach, sich alles aufzuschlitzen. Alles in mir, will mich Tod sehen. Erinnerungen, Ekel, Scham, alles vermischt sich zu einem Gefühl des Erstickens. Ich habe das Gefühl zu ersticken. Will schreien, will mir alles aus der Kehle schreien. Will taub sein, nichts mehr fühlen. Ich bin endlos überfordert mit mir selbst, mit meiner Vergangenheit. Aber bin zu feige, um das jemals vor jemandem zuzugeben. Ich darf keine Schwäche zeigen. Ich darf nicht kaputt sein. Ich muss funktionieren. Einfach da sein, überleben. Das habe ich schon immer getan. Ich habe mich immer über Wasser gehalten. Aber was, wen ich das irgendwann nicht mehr kann? Was, wen mich alles irgendwann hinunter zieht, und ich ertrinke?

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